Lektion 19 von 24

Master Key System Lektion 19: Lebenskraft aufbauen

Master Key System Lektion 19 in eigenen Worten: Furcht und Lebenskraft, Gegensätze als ein Ganzes, Geist als einziges Prinzip – und die Übung.

Redaktion Master Key System Insider

5 Minuten

Lektion 18 hat gezeigt, wie Charles F. Haanel das Gesetz der Anziehung versteht und warum die Aufmerksamkeit über unsere Kraft entscheidet. Lektion 19 beginnt bei einem Gegenspieler dieser Kraft, der Furcht. Haanel geht der Frage nach, was Lebenskraft eigentlich ist, warum Gegensätze nur zwei Seiten eines Ganzen sind und weshalb hinter allem Wandel ein einziges Prinzip steht. Wir fassen die Lektion in eigenen Worten zusammen und zeigen dir die Übung der Woche.

Worum es in Lektion 19 geht

Furcht und das Bewusstsein der eigenen Kraft

Haanel beginnt mit der Furcht, einer Denkweise von großer Macht. Sie bleibt nicht im Kopf, sondern erfasst nach seiner Beschreibung den ganzen Menschen, bis in Nerven, Kreislauf und Muskeln. Das Gegenmittel sieht er im Bewusstsein der eigenen Kraft. Die Lebenskraft vergleicht er mit der Elektrizität: Was diese im Innersten ist, weiß niemand, und doch dient sie uns, sobald wir die Gesetze beachten, denen sie folgt. Ebenso öffnen wir uns nach Haanel der Lebenskraft, wenn wir uns nach den Prinzipien richten, die sie lenken.

Ein Prinzip statt zweier Gegensätze

Wahrheit zu suchen heißt für Haanel, systematisch zu den letzten Ursachen vorzudringen. Finden wir eine Ursache, die wir bewusst lenken können, haben wir auch die Wirkung in der Hand, so wie ein Kapitän den Kurs seines Schiffes bestimmt. Dabei hilft eine Einsicht: Alles lässt sich auf ein einziges Element zurückführen. Gegensätze wie Nord- und Südpol sind keine getrennten Dinge, sondern die beiden Enden eines Ganzen. Unwissenheit ist bloß fehlendes Wissen, und das Böse hat für Haanel kein eigenes Prinzip: Es ist das Fehlen des Guten und weicht, wo Gutes auftritt, so wie Licht die Dunkelheit vertreibt. Auch Geist und Materie sind für ihn keine zwei Mächte; wirksam ist allein der Geist.

Alles wandelt sich, der Geist bleibt

Die Materie ist ständig im Fluss. Die Gebäude einer Großstadt gab es vor hundert Jahren noch nicht, und in hundert Jahren werden die meisten verschwunden sein. Tiere und Pflanzen kommen und gehen, Kontinente sind aus dem Meer aufgestiegen, und manche Gebirge erheben sich dort, wo früher Wasser stand. Für Haanel ist dieser Wandel die fortwährende Entwicklung des universellen Geistes; Materie ist für ihn lediglich eine Gestalt des Geistes, ein vorübergehender Zustand. Der Geist selbst ruht. Erst unser Denken wirkt auf ihn ein und bringt ihn in Bewegung.

Wie Gedanken zu Kraft werden

Damit das Denken wirken kann, braucht es Energie, und die kommt ganz handfest aus der Nahrung: Ohne Essen kein Denken, so wie keine Pflanze ohne Sonnenlicht lebt. Gedanken bleiben nach Haanel auch nicht folgenlos. Kraftvolle, aufbauende Gedanken zeigen sich für ihn im Befinden, in den Finanzen und im Umfeld, schwache und kritische dagegen als Unruhe, Sorgen und Knappheit. Bei gesundheitlichen Beschwerden ersetzt das keine ärztliche Behandlung.

Über allen Naturkräften steht für Haanel die geistige Kraft; Schulen und Universitäten nennt er Kraftwerke des Geistes. Wie in einer Batterie zwischen Zink und Kupfer Strom fließt, entsteht nach Haanel jede Erscheinung aus einer Polarität. Wer eine Form verändern will, muss deshalb die Polarität verändern; darin liegt für ihn das Prinzip der Kausalität.

Die Kernaussage

Hinter allen Gegensätzen und allem Wandel wirkt ein einziges Prinzip, der Geist; Materie ist nur eine seiner Formen. Den Weg aus der Furcht sieht Haanel darin, sich der Kraft bewusst zu werden, die durch das eigene Denken wirkt.

Die Übung der Woche: hinter den Schein blicken

Diesmal nimmt Haanel das Wort Konzentration ganz ernst. Gemeint ist nicht, an etwas zu denken, sondern so in einem Gedanken aufzugehen, dass alles andere aus dem Bewusstsein verschwindet.

  1. Nimm dir täglich einige Minuten Zeit für die Übung.
  2. Konzentrier dich im vollen Sinn des Wortes: Vertief dich so in deinen Gedanken, dass nichts anderes mehr Platz hat.
  3. Richte deine Gedanken darauf, wie sehr der Augenschein täuscht: Die Erde ist keine ruhende Scheibe, der Himmel kein Gewölbe, die Sonne zieht nicht um die Erde, und die Sterne sind weit mehr als winzige Lichtpunkte.
  4. Nimm die Materie hinzu: Was fest und dauerhaft wirkt, ist in Wahrheit ständig in Veränderung.
  5. Versuch schließlich zu erfassen, was daraus folgt: Je mehr wir über die ewigen Gesetze wissen, desto mehr müssen sich Denken und Handeln nach ihnen richten – und diese Zeit bricht nach Haanel gerade an.

Warum täglich? Haanel zieht einen einfachen Vergleich: Für das Essen nehmen wir uns selbstverständlich Zeit, damit der Körper versorgt ist. Ebenso verdient der Geist seine Nahrung. Die Übung knüpft an den Gedankengang der Lektion an: So wie die Materie nur fest wirkt, sind für Haanel auch Gegensätze nur scheinbar getrennt. In Lektion 20 fragt er, welche Aufgabe sich daraus für dein Leben ergibt.

Unser Tipp: Leg die Übung an eine feste Stelle in deinem Tag, etwa direkt nach einer Mahlzeit. Dann erinnert dich Haanels Vergleich jedes Mal daran, dass auch der Geist versorgt werden will.

Video zur Lektion

Häufige Fragen zu Lektion 19

Was versteht Haanel unter Lebenskraft?

Haanel räumt offen ein, dass wir es nicht wissen. Wie bei der Elektrizität kennen wir nicht ihr Wesen, wohl aber die Gesetze, nach denen sie wirkt. Für ihn ist sie eine ursprüngliche Kraft, die sich in allem Lebendigen zeigt.

Wie lange soll ich bei Lektion 19 bleiben?

Wie jede Lektion ist sie auf eine Woche angelegt, mit ein paar Minuten Übung pro Tag. Fällt dir die tiefe Konzentration noch schwer, nimm dir mehr Zeit, bevor du weitergehst.

Ist das Böse für Haanel nicht wirklich?

Es hat für ihn kein eigenes Prinzip. Er beschreibt es als Fehlen des Guten, so wie Dunkelheit das Fehlen von Licht ist. Daraus folgt für ihn, dass es nur ein wirksames Prinzip gibt.

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