Lektion 22 von 24

Master Key System Lektion 22: Die Erschaffung eines neuen Menschen

Lektion 22 des Master Key Systems in eigenen Worten: Gedanken als Saat, das Gesetz der Schwingung, Geist und Körper – und die Übung der Woche.

Redaktion Master Key System Insider

5 Minuten

In Lektion 21 ging es darum, groß zu denken und ein Bild so lange festzuhalten, bis das Unterbewusstsein es übernimmt. Lektion 22 wendet diesen Gedanken auf den eigenen Körper an: Haanel beschreibt, wie Gedanken nach seiner Auffassung bis in die Zellen wirken. Wir fassen die Lektion in eigenen Worten zusammen, ordnen ihre Aussagen ein und zeigen dir die Übung der Woche.

Worum es in Lektion 22 geht

Gedanken als Saat

Was wir heute sind – Charakter, Umgebung, Fähigkeiten und auch die körperliche Verfassung –, ist für Haanel das Ergebnis der Art, wie wir bisher gedacht haben. Sein Bild dafür stammt aus dem Garten. Jeder Gedanke hinterlässt einen Eindruck, der wie ein Samenkorn ins Unterbewusstsein fällt. Dort keimt er zu einer Neigung, die weitere Gedanken derselben Art anlockt, bis eines Tages geerntet wird. Angst, Sorge, Eifersucht und Hass hält Haanel für eine Saat, deren Früchte niemand ernten möchte – bis hin zu körperlichen Beschwerden.

Das Gesetz der Schwingung

Wie soll ein Gedanke den Körper erreichen? Haanel antwortet mit dem Gesetz der Schwingung. Alles, was existiert, ist für ihn Bewegung in einer bestimmten Frequenz; ändert sich die Frequenz, ändern sich Beschaffenheit und Gestalt. Auch Denken ist für ihn Schwingung und erreicht deshalb jede Zelle, meist ohne dass wir es beabsichtigen. Wie verschieden sich Zuversicht und Groll im Körper anfühlen, weiß jeder aus eigener Erfahrung. Was wir lange genug nähren, schlägt sich nach Haanel irgendwann auch körperlich nieder, im Guten wie im Schlechten.

Bewusster Verstand und Unterbewusstsein

Dass Gedanken den Körper bewegen, zeigt schon der Alltag: Ein Witz lässt dich lachen, bis du dich schüttelst; Ärger färbt dir die Wangen rot. Solche Wirkungen des bewussten Verstandes sind deutlich, aber flüchtig.

Ganz anders arbeitet das Unterbewusstsein. Es schließt Wunden, lässt einen gerichteten Knochen zusammenwachsen und wehrt Gifte und Keime ab, all das ohne unser Zutun. Haanel hält die Zellen dabei für intelligent und empfänglich für unsere Gedanken. Angst, Zweifel und Sorge bremsen sie in seinem Bild wie eine Belegschaft, deren Pläne ständig umgeworfen werden, bis sie die Lust verliert und die Arbeit liegen lässt.

Der neue Mensch

Daraus zieht Haanel seine weitreichendste Folgerung, und sie erklärt den Titel der Lektion. Jede Zelle ist für ihn ein kleiner Baumeister, der nach dem Muster arbeitet, das er von dir bekommt; auch die Gehirnzellen formen sich nach der vorherrschenden geistigen Haltung. Wer beständig ein Bild von Gesundheit und Harmonie in sich trägt, gibt den aufbauenden Kräften nach Haanel die richtige Vorlage. So traut er dem Denken zu, den Menschen bis in den Körper hinein neu zu bilden.

Bemerkenswert ist sein Blick auf die Medizin. Haanel zitiert ausführlich einen Arzt seiner Zeit, der sich wünscht, dass die ärztliche Ausbildung den Einfluss des Geistes ernster nimmt, und der Kranken zutraut, selbst mehr beizutragen, als sie ahnen. Das ist eine Sicht aus dem frühen 20. Jahrhundert. Bei gesundheitlichen Beschwerden ersetzt das keine ärztliche Behandlung.

Die Kernaussage

Gedanken sind Saat, die nach Haanel bis in den Körper aufgeht. Wer Angst und Sorge durch klare Bilder von Harmonie ersetzt, arbeitet damit – so seine Lehre – an einem neuen Menschen.

Die Übung der Woche: Zwiesprache halten

Für diese Woche greift Haanel zu zwei Versen des englischen Dichters Alfred Tennyson: „Speak to Him thou for He hears, and Spirit with Spirit can meet – Closer is He than breathing, and nearer than hands and feet.“ Sinngemäß: Du kannst das Göttliche unmittelbar ansprechen, denn Geist begegnet Geist, und es ist dir näher als dein Atem und dein Körper.

  1. Nimm zu deiner Übungszeit die gewohnte ruhige Haltung ein und konzentriere dich auf Tennysons Verse.
  2. Versuche dann, dir bewusst zu machen: Wenn du in diesem Sinn „zu ihm sprichst“, stehst du in unmittelbarer Verbindung mit der Allmacht.
  3. Prüfe danach die Vorstellung, Krankheit und Leid seien von Gott geschickt. Wäre das so, müsste jede ärztliche Hilfe als Auflehnung gegen Gott gelten – für Haanel ein offensichtlicher Widersinn.
  4. Denk ebenso über das Bild eines Schöpfers nach, der Wesen schafft, die schuldig werden können, und sie dafür ewig straft. Ein solches Gottesbild erzeugt nach Haanel Furcht, wo Liebe sein sollte.
  5. Richte deine Gedanken zum Schluss auf das, was Haanel dem entgegensetzt: den idealen Menschen als Ebenbild Gottes und den einen Geist, aus dem alles hervorgeht und der alles trägt.

Die Übung wirkt wie ein Abstecher in die Theologie, schließt aber an den Kern der Lektion an: Ein strafendes Gottesbild erzeugt nach Haanel Furcht, und Furcht ist genau die Saat, vor der die Lektion warnt. An ihre Stelle soll das Vertrauen treten, dass die eine Kraft dir nah ist. Haanel verbindet damit große Erwartungen an Gesundheit und Harmonie; wir geben sie als seine Überzeugung wieder. In Lektion 23 geht es dann um Geld und das Dienen.

Unser Tipp: Schreib dir die Verse auf eine Karte, im Original oder in eigenen Worten, und lies sie vor jeder Übung einmal langsam. Dann musst du währenddessen nicht nach dem Wortlaut suchen.

Video zur Lektion

Häufige Fragen zu Lektion 22

Heißt das, Gedanken machen krank?

Haanel sieht einen engen Zusammenhang zwischen Denken und Körper und führt viele Beschwerden auf Angst, Sorge und Groll zurück. Das ist seine Lehre, kein medizinischer Befund. Gegen die Medizin argumentiert er nicht; in der Übung nimmt er Ärzte und Pflegende sogar in Schutz. Bei Beschwerden ist der Arzt die richtige Adresse.

Muss ich an Gott glauben, um die Übung zu machen?

Nicht im Sinne einer bestimmten Religion. Haanel spricht hier die religiöse Sprache seiner Zeit; gemeint ist derselbe universelle Geist wie in den bisherigen Lektionen. In Lektion 24 erklärt er selbst, warum ihm das Wort „Gott“ missverständlich erscheint: Viele denken dabei an etwas außerhalb von sich.

Brauche ich den vollständigen Text?

Für einen Überblick reicht diese Zusammenfassung. Den vollständigen Text aller 24 Lektionen mit Übungen und Begleitvideos findest du in der Master Class. Wenn du gerade erst einsteigst: Lektion 1 kannst du kostenlos per E-Mail bekommen, mit drei Begleit-Mails durch deine erste Übungswoche.

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